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AVE - seid gegrüßt Ihr dort draußen

 

AVE, um es mit den lateinischen Worten zu sagen.

 

Je mehre sich Sinne verfeinern, desto mehr bemüht man sich, vom saloppen Moin oder Hallo oder Hi wegzukommen.

Guten Morgen, Guten Tag, Guten Abend... alles fast zu lang, um den anderen damit zu erreichen, denn er ist schon vorüber... dachte ich so einige Male.

 

Und wenn ich guten Morgen, guten Tag oder guten Abend sage, bemühe ich mich um den Singsang in der Stimme. Guten Morgen kann ich nicht einfach in einer Tonlage dahinplärren. 

 

Während ich bei Guten die Stimme senke und dunkler werden lasse im Timbre, so klingt sie bei Morgen rein und hell. Das weckt dann auf und erreicht den Menschen. Anders, als würde ich nur ( ) Morgen sagen und das (Guten) verschlucken. Der Morgen hat begonnen und es gibt Energie für den Tag.

 

Bei guten Tag  liegt die Betonung auf beiden Wörter. Bei gu-ten teile ich das Wort und spreche beide Silben mit dem gleichen Timbre - und mit einem langgezogenen aa im Tag. Vielleicht, weil der Tag eben auch lang ist. Da ist noch ein Stück Tag übrig. Beide Wörter haben bei mir den gleichen Timbre.

 

Bei Guten Abend liegt die Betonung wieder auf Abend, wobei ich das Wort Abend dabei teile. A-bend und auch länger klingen lasse. Nicht so hoch und so hell, sondern mit einem tieferen, gleichmäßigen Timbre.

 

Und bis ich das wieder Intus habe, werfe ich Euch mal ein AVE zu.

AVE, eine Gruß- und Segensformel.

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